Pflegestufe 3 - Die Schwerstpflegebedürftigkeit

Der Gesundheitszustand der Menschen in Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dies führt gleichzeitig zu einer deutlich erhöhten Lebenserwartung, die bei Frauen heute bereits 82 Jahre beträgt, für Männer wird derzeit von einer Lebenserwartung von 73 Jahren ausgegangen.

Obwohl die meisten Menschen bis ins hohe Alter hinein gesund bleiben und ihre alltäglichen Besorgungen tätigen können, werden auch immer mehr Menschen pflegebedürftig. Die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit steigt dabei mit dem Lebensalter an. Die entstehenden Kosten für eine Pflege von betroffenen Personen ist dabei davon abhängig, für welche Art der Versorgung sich der Betroffene entscheidet.


Pflegestufe III - Gesetzliche Leistungen

Pflegestufe III

2008

 2010 

2012

Pflegegeld

675,00 €

685,00 €

700,00 €

Ambulante Sachleistung

1432,00 €

1470,00 €

1100,00 €

Vollstationäre Pflege

1470,00 €

1510,00 €

1550,00 €


Dabei sind die Kosten einer ambulanten Pflege natürlich gegenüber der stationären Pflege deutlich günstiger. In beiden Fällen erhalten Betroffene Gelder der gesetzlichen Pflegekassen, deren Höhe von der jeweiligen Pflegebedürftigkeit, die in Pflegestufen eingeteilt ist, abhängig ist.

In Deutschland wird dabei zwischen drei Pflegestufen unterschieden. Die jeweilige Einordnung nimmt dabei der Medizinische Dienst der Krankenkassen vor, der den Betroffenen untersucht und mit Angehörigen bzw. mit dem Pflegebedürftigen selbst spricht.


Pflegestufe III - Voraussetzungen




  • Großer Hilfebedarf: Rund um die Uhr, auch nachts

  • mehrmals in der Woche Hilfe bei hauswirtschaftlicher Versorgung

  • wöchentlicher Zeitaufwand: Mindestens 5 Stunden

  • davon mehr als 4 Stunden für die Grundpflege


Pflegestufe III - Voraussetzungen

Menschen, die in die Pflegestufe drei eingeordnet werden, sind schwerst pflegebedürftig. Diese schwerste Pflegebedürftigkeit beginnt dann, wenn der Betroffene pro Tag mehr als fünf Stunden Hilfe benötigt.
Von diesen insgesamt fünf Hilfsstunden müssen jedoch vier Stunden auf die Grundpflege entfallen, die jederzeit, auch nachts, notwendig werden kann. Betroffene müssen somit also rund um die Uhr gepflegt werden, so zum Beispiel beim Anziehen, Waschen, Ankleiden und bei der Zubereitung von Essen. Zusätzlich stehen die Pflegenden dem Betroffenen bei Arbeiten im Haushalt zur Seite und übernehmen die täglichen Einkäufe.


Bedarf an Grundpflege

Bedarf an hauswirtschaftlicher Versorgung

 Nachtpflege 

Gesamte Pflegezeit

Weitere Bedingungen

Mindestens 240 Minuten täglich

Mindestens 60 Minuten täglich

-

300 Minuten täglich

Pflege rund um die Uhr


In einigen Familien wird die Pflege dabei von Angehörigen übernommen, die jedoch ihrem Beruf dadurch nicht mehr nachgehen können. Um diesen Verdienstausfall zu ersetzen, wird von der gesetzlichen Pflegeversicherung ein so genanntes Pflegegeld bezahlt, welches seit dem 01. Juli 2008 auf 675 Euro pro Monat festgelegt wurde.
Wird die Pflege hingegen von einem ambulanten Pflegedienst übernommen, stehen dem Betroffenen Sachleistungen in Höhe von 1.470 Euro zur Verfügung.

Pflegestufe III - Kostenübersicht

Diese Sachleistungen sind für die tatsächlichen Kosten, die für eine ambulante Pflege der Pflegestufe drei bei 2.500 – 4.000 Euro liegen können, jedoch niemals ausreichend. Die Differenz muss dabei vom Vermögen des Betroffenen bezahlt werden. Ist dies nicht möglich, können diese Beträge unter Umständen vom Sozialamt eingefordert werden.

Vielfach ist die Pflege in der Pflegestufe 3 zuhause jedoch nicht mehr möglich, so dass Betroffene die stationäre Pflege in einem Pflegeheim in Anspruch nehmen müssen. Die Unterbringung in einem solchen Heim ist jedoch meist noch teurer, sie kann den oben genannten Betrag von 4.000 Euro noch übersteigen.



Die Versorgungslücke bei vollstationärer Pflege in Pflegestufe III liegt bei 1768,00€. Dies sind über die Hälfte der Gesamtkosten.
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Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in Pflegestufe III

Für die stationäre Pflege übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung dabei 1.470 Euro, die Differenz muss aus dem eigenen Einkommen oder dem Vermögen getragen werden. Die Höhe der definitiven Kosten ist dabei jedoch von Pflegeheim zu Pflegeheim sehr unterschiedlich, Heime mit einer weitreichenden Betreuung berechnen dabei meist höhere Beträge, die Betroffenen sind hier jedoch garantiert gut versorgt. Der monatliche Eigenanteil ist dabei dann ebenfalls höher, so dass sich die Art der Heimunterbringung wohl auch nach dem Vermögen sowie dem Einkommen oder den finanziellen Möglichkeiten der Kinder orientiert.

Da die Leistungen der Pflegeversicherung für eine optimale Pflege meist nicht ausreichend kann es sinnvoll sein, eine private Pflegeversicherung, die diese Kosten ausgleicht, abzuschließen. So kann im Alter dann das Pflegeheim ausgesucht werden, in dem man sich wirklich wohl fühlt. Bei einem Abschluss in jungen Jahren sind die Kosten für die Versicherung sogar noch relativ günstig.


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